Corona Virus

Pilgern ist mit Einschränkungen wieder möglich. Es erfordert allerdings eine sorgfältige Vorbereitung.

Liebe Pilgerinnen und Pilger,

hier einige Informationen anläßlich der Ausbreitung des Corona-Virus. (Stand: 24.07.2020, die Seite wird regelmäßig aktualisiert.)

    Pilgern in Zeiten von Corona

    Als PilgerInnen möchten wir pilgern, aber wie geht das in Zeiten von Corona?

    Natürlich gelten die inzwischen allgemein bekannten Regeln auch beim Pilgern, also:

    • Mindestens 1,5  - 2 m Abstand von Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören
    • Die Hygienevorschriften des jeweiligen Gebietes einhalten
      Achtung: Jede Gemeinde, jeder Kreis, jedes Bundesland, jeder Staat (bzw. die entsprechenden Gebietskörperschaften im Ausland) können unterschiedliche Regelungen haben!

    Was bedeutet das für das Pilgern bei der Vorbereitung der Pilgerreise und auf dem Weg:

    • Vorbereitung:
      • Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes berücksichtigen
      • Verlauf der o.g. Grenzen entlang des Pilgerweges in Erfahrung bringen
      • Informationen über die aktuellen Vorschriften im durchpilgerten Gebiet sammeln, bei mehrtägigen Touren auch, wo die jeweils aktuellen Informationen zu finden sind (z.B. Bookmarks im Mobiltelefon speichern), da sich die Regelungen kurzfristig ändern können
      • Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln entlang des Pilgerweges ermitteln, z.B. um Unterkünfte zu vermeiden bzw. mehrere Nächte in einer Unterkunft zu verbringen
      • Verfügbarkeit von Unterkünften entlang des jeweiligen Weges ermitteln
        Achtung: Es gibt nicht nur geschlossene Herbergen, sondern aufgrund des Abstandsgebotes ist auch in den geöffnenten Herbergen mit einer stark verringerten Kapazität zu rechnen.
      • Die Ausrüstung an das Pilgern in Zeiten von Corona anpassen, z.B. genügend Gesichtsmasken, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel einpacken, evtl. Zelt mitnehmen.
      • Das eigene Infektionsrisiko realistisch einschätzen
      • Die eigene Toleranzgrenze realistisch einschätzen: Will ich unter den gegebenen Umständen wirklich pilgern?
      • Einen eventuellen Abbruch des Pilgerweges vorbereiten, z.B.: umbuchbare Tickets kaufen, eine grobe Vorstellung davon entwickeln, von wo man wie wieder nach Hause kommen kann.
    • Auf dem Weg:
      • Wenn Übernachtungen nötig sind, Unterkünfte kurzfristig vorreservieren, um sicher zu sein, dass die Unterkunft geöffnet ist und um Überfüllung zu vermeiden
      • Bei unsicherer Unterkunftslage eventuell ein Zelt mitnehmen (jeweilige Regelungen zum Campieren im Freien beachten!)
      • Bei Begegnungen aller Art Abstand halten
      • Beim Betreten von Geschäften, Restaurationsbetrieben, Unterkünften etc. sich mit den jeweiligen Hygienevorschriften vertraut machen und diese beachten
      • Befolgung der Maskenpflicht, die zeitweise auch draußen beim Pilgern gilt und die auch durchgesetzt wird
      • Den Anweisungen der jeweils Zuständigen Folge leisten
      • Rücksicht nehmen auf Mitmenschen, die ein anders Sicherheitsbedürfnis haben als man selber
      • Flexibel reagieren, wenn das Angebot an Verpflegungsstellen, Unterkünften, Museen, Kirchen deutlich eingeschränkt bzw. nicht vorhanden ist
      • Gegebenenfalls den Pilgerweg abbrechen

    Einige Beispiele, wie Pilgern in Coronazeiten gelingen kann, finden sich hier.

    Situation in Spanien

    Die Vereinigung der spanischen Jakobusgesellschaften gibt hier eine Reihe von Hinweisen für die Rückkehr zum Weg im Hinblick auf die einzuhaltenen Sicherheitsmaßnahmen, Rucksackinhalt in Corona-Zeiten, Verhalten in Herbergen, Apps mit weiteren Informationen.

    Der Consejo Jacobeo, ein Gremium, dass sich aus Repräsentanten verschiedener spanischer Staatsministerien und Vertretern der Autonomen Regionen zusammensetzt, empfiehlt eine Pilgerwanderung erst dann zu beginnen, wenn alle Provinzen entlang des Weges die Phase der "Neuen Normalität" erreicht haben. Eine Karte mit der aktuellen Situation in den einzelnen Provinzen findet sich hier.
    Weitere nützliche Informationen hat der Consejo Jacobeo hier zusammengetragen, im Wesentlichen auf Spanisch, aber einige Infos auch auf Englisch.

    Die Herbergen dürfen ab 01.07.2020 wieder öffnen, allerdings nur mit maximal 50% ihrer normalen Kapazität und bei Befolgung entsprechender Hygienekonzepte. Bis der größte Teil der Herbergen wieder geöffnet ist, kann es durchaus einige Monate dauern. Einige Herbergen werden dieses Jahr gar nicht mehr öffnen (z.B. die öffentlichen Herbergen in der Provinz Guipúzcoa).

    Die öffentlichen Herbergen, für die man normalerweise nicht reservieren kann, werden in Kürze eine App herausbringen, mit der eine Reservierung möglich sein wird.

    Auf einer Unterseite des Internetauftritts der spanischen Jakobbusgesellschaften gibt es auch aktuelle Informationen zu Herbergen entlang der verschiedenen Wege in Spanien: El Camino de Santiago - Localizacion de Albergues.
    Achtung: Auf diesen Seiten wurden nur solche Herbergen als geschlossen gekennzeichnet, von denen die Autoren eine entsprechende Meldung erhalten haben. Wenn es also keinen Vermerk "cerrado" gibt, bedeutet das nicht notwendigerweise, dass diese Herberge geöffnet ist.

    Eine Übersicht über die Öffnung der Herbergen auf dem Camino Frnacés findet sich auf der Seite von Miam-Miam-Do-Do.

    Laut der Internet-Seiten der Kathedrale und des Pilgerbüros in Santiago de Compostela sind beide seit dem 01.07.2020 wieder göffnet. Der Jakobusschrein kann besucht werden, die Umarmung des Jakobus ist z.Z. nicht möglich.

    Die deutschsprachige Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela (Frühmesse, Austausch für ankommende Pilger, Geistiger Rundgang um die Kathedrale am Abend, geistliche Betreuung) wurde für 2020 abgesagt.

    Da die Informationen immer wieder aktualisiert werden, sehen wir von einer deutschen Übersetzung der meist spanischen Internetseiten ab. Bitte nutzen Sie einen der vielen verfügbaren Onlineübersetzer, um die aktuelle Information auf Deutsch zu erhalten. Die Übersetzungen sind zwar nicht perfekt, aber es reicht, um den Text zu verstehen.

    Eine weitere vertrauenswürdige Informationsquelle ist der entsprechende Blog der spanischen Post. Hier kann man auch (auf Englisch) Fragen stellen, die zeitnah beantwortet werden.

    Situation in Portugal

    Nachdem die Grenze zwischen Portugal und Spanien wieder geöffnet ist, kann man wieder von Porto nach Santiago pilgern. Die Hospitaleros der Albergue de Peregrinos Porto haben auf ihrer Internetseite eine Liste mit den geöffneten Herbergen entlang verschiedener Wege von Porto bis zur Grenze zusammengestellt. Viele PilgerInnen, die in Porto starten, treten auch von dort wieder die Heimreise an. Sie übernachten auf dem Rückweg oft nochmals in der Pilgerherberge, und berichten, wie es ihnen ergangen ist. Daher haben die Hospitaleros in Porto einen guten Überblick über die aktuelle Situation auf dem Weg. Sie empfehlen auch eine App für die portugiesischen und spanischen Wege, zu der es hier nähere Informationen gibt.

    Auf den anderen Wegen in Portugal gibt es schon zu normalen Zeiten deutlich weniger Pilgerherbergen als auf den Wegen von Porto nach Santiago. Man ist daher auf Hostels und Hotels angewiesen, die aber oft Sonderpreise für PilgerInnen anbieten. Da möglicherweise einige dieser Unterkünfte geschlossen sind, könnte es sinnvoll sein, ein Zelt mitzunehmen.

    Situation in Frankreich

    Für die Via Lemovicensis haben sich einige Jakobusvereinigungen entlang dieses Weges die Mühe gemacht und die Situation der Herbergen entlang dieses Weges ab 1. Juli dokumentiert. Diese Informationen finden sich (auf Deutsch) ausgehend von hier.

    Eine Übersicht über die Öffnung der Herbergen auf mehreren französischen Wegen findet sich auf der Seite von Miam-Miam-Do-Do. (Zuerst kommen die Herbergen entlang des Camino Francés, dann die auf den französischen Wegen.)

    Situation in Deutschland

    Eine Übersicht über die Regelungen für touristische Unterkünfte in den einzelnen Bundesländern findet sich auf: Länderverordnungen zum Verbot touristischer Vermietungen - Deutscher Tourismusverband

    Geschäftsstelle der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft

    • Die Geschäftsstelle ist ab Dienstag, dem 17.03.2020 für den Publikumsverkehr bis auf Weiteres geschlossen. Telefonisch und per E-Mail ist sie zu den üblichen Zeiten erreichbar.
    • Bereits ausgestellte Pilgerausweise behalten ihre Gültigkeit und müssen bei Verschiebung des Starttermins nicht erneut ausgestellt werden. Sobald Sie starten, passen Sie einfach das eingetragene Startdatum an das tatsächliche Datum an.
    • Weitere Pilgerausweise können hier beantragt werden.

    

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