Pilgern in Zeiten von Corona: Aktuelle Informationen

Pilgern ist mit (teilweise erheblichen) Einschränkungen möglich. Es erfordert allerdings eine sorgfältige Vorbereitung und viel Flexibilität und Toleranz.

Liebe Pilgerinnen und Pilger,

hier einige Informationen anläßlich der Ausbreitung des Corona-Virus. (Stand: 13.09.2021, die Seite wird regelmäßig aktualisiert.)

    Pilgern in Zeiten von Corona

    Als PilgerInnen möchten wir pilgern, aber wie geht das in Zeiten von Corona?

    Natürlich gelten die inzwischen allgemein bekannten Regeln auch beim Pilgern, also:

    • Mindestens 1,5  - 2 m Abstand von Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören
    • Die Hygienevorschriften des jeweiligen Gebietes einhalten
      Achtung: Jede Gemeinde, jeder Kreis, jedes Bundesland, jeder Staat (bzw. die entsprechenden Gebietskörperschaften im Ausland) können unterschiedliche Regelungen haben!

    Was bedeutet das für das Pilgern bei der Vorbereitung der Pilgerreise und auf dem Weg:

    • Vorbereitung:
      • Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes berücksichtigen, hier der direkte Link zu den aktuellen Riskikogebieten, die vom Auswärtigen Amt, dem Bundesgesundheitsministerium und dem Bundesinnenministerium ausgewiesen wurden.
      • Verlauf der o.g. Grenzen entlang des Pilgerweges in Erfahrung bringen
      • Informationen über die aktuellen Vorschriften im durchpilgerten Gebiet sammeln, bei mehrtägigen Touren auch, wo die jeweils aktuellen Informationen zu finden sind (z.B. Bookmarks im Mobiltelefon speichern), da sich die Regelungen kurzfristig ändern können
      • Bei Pilgerwanderungen im Ausland Quarantäneregelungen für die Einreise in ein fremdes Land und die Wiedereinreise nach Deutschland in Erfahrung bringen und beachten (Achtung: Auch diese Regelungen können sich kurzfristig ändern!)
      • Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln entlang des Pilgerweges ermitteln, z.B. um Unterkünfte zu vermeiden bzw. mehrere Nächte in einer Unterkunft zu verbringen
      • Verfügbarkeit von Unterkünften entlang des jeweiligen Weges ermitteln
        Achtung: Es gibt nicht nur geschlossene Herbergen, sondern aufgrund des Abstandsgebotes ist auch in den geöffnenten Herbergen mit einer stark verringerten Kapazität zu rechnen.
      • Die Ausrüstung an das Pilgern in Zeiten von Corona anpassen, z.B. genügend Gesichtsmasken, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel einpacken, evtl. Zelt mitnehmen.
      • Das eigene Infektionsrisiko realistisch einschätzen
      • Die eigene Toleranzgrenze realistisch einschätzen: Will ich unter den gegebenen Umständen wirklich pilgern? 
      • Das eigene Sicherheitsbedürfnis kennen: Welche Sicherheitsmaßnahmen sind mir wichtig, welche halte ich für verzichtbar, z.B. im Hinblick auf Maskentragen, (Betten-/Tisch-)Abstand, Durchlüftung von Räumen? Ggf. auf Unterkünfte ausweichen, wo meine Bedürfnisse erfüllt werden. Kann ich es ertragen, wenn meine Mitmenschen andere Bedürfnisse haben, also strenger oder lascher mit den Hygieneregeln umgehen?
      • Einen eventuellen Abbruch des Pilgerweges vorbereiten, z.B.: umbuchbare Tickets kaufen, eine grobe Vorstellung davon entwickeln, von wo man wie wieder nach Hause kommen kann.
    • Auf dem Weg:
      • Wenn Übernachtungen nötig sind, Unterkünfte kurzfristig vorreservieren, um sicher zu sein, dass die Unterkunft geöffnet ist und um Überfüllung zu vermeiden. Insbesondere auf den letzten 100 km kam es im Sommer zu Engpäassen.
      • Bei unsicherer Unterkunftslage eventuell ein Zelt mitnehmen (jeweilige Regelungen zum Campieren im Freien beachten!)
      • Bei Begegnungen aller Art Abstand halten
      • Beim Betreten von Geschäften, Restaurationsbetrieben, Unterkünften etc. sich mit den jeweiligen Hygienevorschriften vertraut machen und diese beachten
      • Befolgung der Maskenpflicht, die zeitweise auch draußen beim Pilgern gilt und die auch durchgesetzt wird
      • Den Anweisungen der jeweils Zuständigen Folge leisten
      • Rücksicht nehmen auf Mitmenschen, die ein anders Sicherheitsbedürfnis haben als man selber
      • Flexibel reagieren, wenn das Angebot an Verpflegungsstellen, Unterkünften, Museen, Kirchen deutlich eingeschränkt bzw. nicht vorhanden ist
      • Gegebenenfalls den Pilgerweg abbrechen

    Einige Beispiele, wie Pilgern in Coronazeiten gelingen kann, finden sich hier.

    Situation in Spanien

    Die Vereinigung der spanischen Jakobusgesellschaften gibt hier eine Reihe von Hinweisen im Hinblick auf Sperrung (Confinamiento perimetral) bestimmter Gebiete und Ausgehverbote (toque de queda), die einzuhaltenen Sicherheitsmaßnahmen, Rucksackinhalt in Corona-Zeiten, Verhalten in Herbergen, Apps mit weiteren Informationen.

    Tagesaktuelle Informationen zum Infektionsgeschehen finden sich hier.
    Die Vereinigung der Gemeinden am Jakobsweg (vor allem am Camino francés) stellt hier eine Seite zur Verfügung, die die aktuelle Lage am Camino francés beschreibt. Die Seite wird jeden Dienstag aktualisiert.
    Weitere nützliche Informationen hat der Consejo Jacobeo (ein Gremium, dass sich aus Repräsentanten verschiedener spanischer Staatsministerien und Vertretern der Autonomen Regionen zusammensetzt) hier zusammengetragen, im Wesentlichen auf Spanisch, aber einige Infos auch auf Englisch.

    Die Herbergen sind im Sommer 2021 wieder geöffnet, allerdings nur mit einem Bruchteil ihrer normalen Kapazität und bei Befolgung entsprechender Hygienekonzepte. Herbergen, die die Implementierung dieser Hygienekonzepte nicht ermöglichen konnten oder wollten, blieben geschlossen.

    Auch die öffentlichen Herbergen, bei denen man normalerweise nicht reservieren kann, ermöglichen jetzt die Reservierung via App oder E-Mail. In den meisten Fällen muss man sogar reservieren. Hier sollte man sich also vorher informieren. (Aktuelle Informationen bekommt man in der Regel im Internet oder noch aktueller in den Herbergen ein oder zwei Tage vorher.)

    Auf einer Unterseite des Internetauftritts der spanischen Jakobbusgesellschaften gibt es auch aktuelle Informationen zu Herbergen entlang der verschiedenen Wege in Spanien: El Camino de Santiago - Localizacion de Albergues.
    Achtung: Auf diesen Seiten wurden nur solche Herbergen als geschlossen gekennzeichnet, von denen die Autoren eine entsprechende Meldung erhalten haben. Wenn es also keinen Vermerk "cerrado" gibt, bedeutet das nicht notwendigerweise, dass diese Herberge geöffnet ist.

    Eine Übersicht über die Öffnung der Herbergen auf dem Camino Francés findet sich auch auf der Seite von Miam-Miam-Do-Do (leider sehr reduziert gegenüber 2020).

    Eine recht brauchbare Sammlung von Links zur Herbergssituation in Frankreich, Spanien und Portugal findet sich hier.

    Aktuelle Informationen zur Situation auf den Wegen in Galicien finden sich hier. Es empfiehlt sich bei entsprechenden Sprachkenntnissen auch die spanischen bzw. englischen Seiten zu Rate zu ziehen, da diese teilweise zusätzliche Informationen enthalten.
    Eine Liste der 2021 geöffneten Herbergen in Galicien findet sich hier.

    Laut der Internet-Seiten der Kathedrale und des Pilgerbüros in Santiago de Compostela sind beide seit dem Sommer 2020 wieder göffnet. Der Jakobusschrein kann besucht werden, die Umarmung des Jakobus ist z.Z. nicht möglich.

    Die deutschsprachige Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela (Frühmesse, Austausch für ankommende Pilger, Geistiger Rundgang um die Kathedrale am Abend, geistliche Betreuung) ist bis 31.10.2021 wieder vor Ort.

    Da die Informationen immer wieder aktualisiert werden, sehen wir von einer deutschen Übersetzung der meist spanischen Internetseiten ab. Bitte nutzen Sie einen der vielen verfügbaren Onlineübersetzer, um die aktuelle Information auf Deutsch zu erhalten. Die Übersetzungen sind zwar nicht perfekt, aber es reicht, um den Text zu verstehen.

    Die spanische Post hat einige aktuelle Informationen zusammengestellt: Auf Englisch und auf Spanisch. Die beiden Seiten enthalten unterschiedliche Informationen. Wenn man beide Sprachen beherrscht lohnt es sich also, beide Seiten anzuschauen.

    Situation in Portugal (und von der portugiesisch-spanischen Grenze bis Santiago)

    Die Hospitaleros der Albergue de Peregrinos Porto haben auf ihrer Internetseite eine Liste mit den geöffneten Herbergen entlang verschiedener Wege von Porto bis zur Grenze zusammengestellt. Viele PilgerInnen, die in Porto starten, treten auch von dort wieder die Heimreise an. Sie übernachten auf dem Rückweg oft nochmals in der Pilgerherberge, und berichten, wie es ihnen ergangen ist. Daher haben die Hospitaleros in Porto einen guten Überblick über die aktuelle Situation auf dem Weg.
    Für den Weiterweg ab der portugiesischen-spanischen Grenze finden sich die entsprechenden Informationen hier. Diese werden von Andy Max Jensen gepflegt, der auch für die hier erhältliche App verantwortlich ist, die Weg- und Unterkunftsinformationen für die portugiesischen und spanischen Wege bereitstellt.

    Auf den anderen Wegen in Portugal gibt es schon zu normalen Zeiten deutlich weniger Pilgerherbergen als auf den Wegen von Porto nach Santiago. Man ist daher auf Hostels und Hotels angewiesen, die aber oft Sonderpreise für PilgerInnen anbieten. Da möglicherweise einige dieser Unterkünfte geschlossen sind, könnte es sinnvoll sein, ein Zelt mitzunehmen.

    Eine recht brauchbare Sammlung von Links zur Herbergssituation in Frankreich, Spanien und Portugal findet sich hier.

    Situation in Frankreich

    Über die generelle Situation in Frankreich informiert diese Seite der französischen Regierung.

    Die Dachorganisation der französischen Jakobusgesellschaften hat hier eine Seite mit einer Karte der französischen Jakobswege zur Verfügung gestellt. Nach Auswahl eines Weges bekommt man eine Übersicht über die Jakobusgesellschaften, die entlang des ausgewählten Weges aktiv sind. Auf deren Homepages findet man aktuelle Informationen zur jeweiligen Region.

    Eine Übersicht über die Öffnung der Herbergen auf mehreren französischen Wegen findet sich auf der Seite von Miam-Miam-Do-Do (leider sehr reduziert gegenüber 2020).

    Eine recht brauchbare Sammlung von Links zur Herbergssituation in Frankreich, Spanien und Portugal findet sich hier.

    Auf der Via Podiensis von Le Puy nach St.-Jean-Pied-de-Port gibt es genügend geöffnete Herbergen. Allerdings werden die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen recht unterschiedlich umgesetzt, z.B. was die Anzahl der belegten Betten bzw. deren Abstand angeht. Auch bei den Mahlzeiten werden die Abstandsregeln mal mehr, mal weniger eingehalten. Hier gilt es gut zu überlegen, ob man unter diesen Umständen pilgern möchte.

    Für die Via Lemovicensis haben sich einige Jakobusvereinigungen entlang dieses Weges die Mühe gemacht und die Situation der Herbergen entlang dieses Weges ab 1. Juli 2020 dokumentiert. Diese Informationen finden sich (auf Deutsch) ausgehend von hier.

    Situation in Deutschland

    Eine Übersicht über die Regelungen für touristische Unterkünfte in den einzelnen Bundesländern findet sich auf: Länderverordnungen zum Verbot touristischer Vermietungen - Deutscher Tourismusverband

    Geschäftsstelle der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft

    • Die Geschäftsstelle ist ab Dienstag, dem 17.03.2020 für den Publikumsverkehr bis auf Weiteres geschlossen. Telefonisch und per E-Mail ist sie zu den üblichen Zeiten erreichbar.
    • Bereits ausgestellte Pilgerausweise behalten ihre Gültigkeit und müssen bei Verschiebung des Starttermins nicht erneut ausgestellt werden. Sobald Sie starten, passen Sie einfach das eingetragene Startdatum an das tatsächliche Datum an.
    • Weitere Pilgerausweise können hier beantragt werden.

    

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